Impressionen in Bildern.
Oiwaiwoi – nun sind schon 3 Monate rum! + 1. Rundbrief
Shalom chaverim!
3 Monate sind nun schon vorbei – also ein Viertel meines Jahres in Israel. Besonders der letzte Monate zog rasend schnell an mir vorbei und so bin ich gar nicht dazu gekommen wieder einmal einen neuen Blogeintrag zu schreiben – verzeiht mir
Nunja, was ist passiert?
Am 1. November hatten wir deutschen Volontäre frei (ein Hoch auf die deutschen Feiertage
) und sind dann nach Akko gefahren. Akko liegt im Norden Israels und ist eine Hafenstadt. Dort haben wir uns die Altstadt angeschaut. Diese hat eine überwiegend arabische Bevölkerung und ist wirklich wunderschön.
Sind dann also durch die Altstadt geschlendert, haben uns die El Jezzar Moschee angeschaut, diese war allerdings nicht so beeindruckend, wie ich sie mir vorgestellt hatte, sind über den arabischen Basar gelaufen und haben den Tag an der Hafenmauer mit der untergehenden Sonne genossen
Einige Tage später gings dann nach Nahsholim, einem Kibbuz unweit von Haifa. Dort nahmen wir an einem Seminar zu dem Thema “Die Rolle der Religionen im israelisch-palästinensischen Konflikt” teil. Wirklich interessante Referenten – ein Reformrabbi, einen ehemalischen Bürgermeister eines israelisch-palästinensischen Dorfes, einen Vertreter der Ahmadi Islam Bewegung und den ersten und einzigen Begründer eines Holocaustmuseums in der arabischen Welt – gaben uns einen Einblick in ihre Sichtweise zum Konflikt. Neben den Referenten konnte wir uns mit vielen anderen Volontären austauschen und ein vorzügliches Essen genießen. Letzteres war schon Grund genug, an diesem Seminar teilzunehmen.
Ein weiteres Highlight des vergangenen Monats war die Hochzeit eines Arbeitskollegen von Matthias. Diese jüdisch-äthiopische Hochzeit war einfach umwerfend. Nach der Trauungszeremonie ging es in einen festlisch geschmückten Saal. Dort wechselten sich fabelhafte Gänge eines tollen Menüs mit verrückten Tanzeinlagen der Hochzeitsgesellschaft ab. Leider war das ganze Spektakel schon um 1 Uhr zu Ende. Trotzdem ein gelungener Abend
Letzte Woche habe ich dann nochmal die morgendliche Sonne genossen und bin mit Nadine und Jana zum Strand nach Herzliya gefahren – vor der Arbeit wohlgemerkt
Ganz schon winterliche Temperaturen, wie man hier auf dem Bild erkennt
Zum Abschluss stelle ich hier einfach nochmal meinen 1. Rundbrief rein, der jetzt nach 3 Monaten fällig war
Liebe Förderer, Familie und Freunde,
die ersten drei Monate meines Freiwilligen Friedensdienstes liegen nun hinter mir und somit ist nun Zeit für meinen ersten Rundbrief. Im Folgenden werde ich vor allem mein Projekt und meine Arbeit in Israel genauer beschreiben.
Ich arbeite und lebe in Ra’anana, einer Kleinstadt unweit von Tel Aviv. Dort befindet sich mein Projekt „Beit Perry“, ein Wohnheim für Menschen mit Autismus. Die hier lebenden Autisten (wir nennen sie Friends) sind zwischen 20 und 40 Jahre alt und aufgrund ihrer Fähigkeiten (low, middle und high) in drei verschiedene Häuser aufgeteilt. Insgesamt leben momentan 18 männliche und weibliche Friends in Beit Perry – in meinem Haus, dem middle function Haus, leben 6. Im Erdgeschoss hat jedes Haus einen großen Gemeinschaftsraum mit Küche, Ess- und Wohnbereich, sowie Computerraum, Toilette und Waschküche. Im Obergeschoss hat jeder Friend sein eigenes Zimmer mit Bad. Im Untergeschoss befinden sich ein Fitness- und ein Mehrzweckraum (Kunst, Musik, Theater). In der Mitte des Hauses befindet sich ein Innenhof, der Rest ist von einem Garten umgeben.Ich gebe euch nun einen Überblick, wie mein Tagesablauf im Allgemeinen aussieht. Zu sagen bleibt aber noch, dass eigentlich jeder Tag anders ist und mir immer wieder Unvorhersehbares passiert. Die Struktur eines jeden Tages sollte allerdings immer die gleiche sein, da Routine für Autisten von sehr großer Bedeutung ist. Von 6-8 Uhr werden morgens die Friends geweckt, bekommen ihr Frühstück und werden für die Arbeit fertig gemacht. Vier arbeiten momentan in einer Firma, der Rest fährt zu einem Projekt, in dem Autisten aus der ganzen Region in einem Garten arbeiten, Tonarbeiten machen oder anderweitig beschäftigt werden. Zwischen 15 und 16 Uhr werden alle Friends wieder nach Beit Perry gebracht und dann beginnt die Nachmittagsschicht (2-3 Guides pro Haus). Auf einem großen Wochenplan in meinem Haus ist genau aufgelistet, welche Aktivität dann am Nachmittag ansteht. Bis dahin ruhen sich die meisten erst einmal aus. Gegen 17 Uhr gibt es dann einen kleinen Snack und wir Guides (Mitarbeiter) unterhalten uns ein wenig mit den Friends – Was hast du bisher gemacht? Was steht heute noch an? Sport, Shiatsu, Theater, Keramikarbeiten oder Fahrrad fahren folgen im Anschluss. Wenn keine feste Aktivität auf dem Plan steht, spielen wir Spiele, lösen Rätsel oder Matheaufgaben, lesen, malen, oder gehen spazieren. Danach gehen alle duschen, wobei einige dies selbstständig können, andere in meinem Haus brauchen eine kleine Hilfestellung. Jeden Abend wird dann gemeinsam das Essen vorbereitet. Grundsätzlich versuchen wir die Friends so weit wie möglich in die Haushaltsführung mit einzubeziehen. Salat machen, Tisch decken, Spülmaschine ein- und ausräumen, sowie Wäsche waschen, aufhängen und zusammenfalten wird somit in Zusammenarbeit mit den Friends gemacht. Nach dem Abendessen schauen wir noch gemeinsam fern oder hören Musik. Zwischen 21 und 21:30 Uhr gehen die Friends schlafen und um 22 Uhr beginnt dann die Nachtschicht.
Wie bereits erwähnt, ist es für Autisten besonders wichtig eine klar geregelte Tagesstruktur zu haben. Deshalb schreiben zwei der Friends aus meinem Haus jeden Tag, wenn sie von der Arbeit kommen extra nochmal auf, was an dem jeweiligen Tag ansteht. Das verleiht ihnen vor allem Sicherheit. Bei vielen Friends kann man auch kleine Gewohnheiten beobachten. So trägt Ohad eigentlich immer einen Stift oder ähnliches mit sich herum. Dabei läuft er nahezu ununterbrochen draußen oder im Haus auf und ab und redet – aufgrund seiner Schizophrenie – mit sich selbst und den Stimmen in seinem Kopf. Das Gemurmel ergibt wohl nicht immer Sinn, jedoch schnappe ich ab und an ein mir bekanntes hebräisches Wort auf. Manchmal fängt Ohad auch einfach laut an zu lachen, singt „Who let the dogs out“ oder tanzt den Ententanz – ihr könnt euch sicher vorstellen, dass mich solche Momente immer wieder zum Lachen bringen. Da Ohad nahezu immer in Bewegung ist, fällt es ihm vor allem schwer, wenn er gestresst ist, über einen längeren Zeitraum zu still zu sitzen. Er schaukelt dann oft mit seinem Oberkörper vor und zurück, um in Bewegung zu bleiben. Darüber hinaus gibt es aber auch Situationen, in denen ich völlig hilflos im Umgang mit Ohad bin. Als er vor ein paar Tagen wütend wurde, biss er sich immer und immer wieder in die Hand – eine Verhaltensweise, die allerdings nicht nur bei ihm erkennbar ist, sondern auch bei einigen anderen Friends, wenn sie etwas beunruhigt, aufregt oder wütend macht. Auslöser war, dass sein Vater am Tag zuvor, als er Zuhause war, einen Auflauf gemacht hat, den er so gar nicht ausstehen kann. Das hat ihn selbst am Tag danach noch aus der Fassung gebracht. Ansonsten ist es bisher immer noch schwer für mich, irgendwelche Aktivitäten mit Ohad zu machen, da er am liebsten irgendwelche Rätsel löst, die ich leider nicht lesen und verstehen kann. Hinzu kommt, dass ich bisher immer noch keinen Hebräischunterricht habe, sodass ich auch keine weitreichenden Gespräche mit ihm führen kann. Bei anderen Friends fällt es mir hingegen viel leichter, da sie gerne puzzeln oder ein Buch angucken. Momentan kann ich mir das Buch zwar nur vorlesen lassen, ich bin aber zuversichtlich, dass ich in einigen Monaten vielleicht auch mal ein einfaches Kinderbuch vorlesen und längere Gespräche mit den Friends führen kann. Nichtsdestotrotz macht mir meine Arbeit sehr viel Spaß und bei Beschäftigungen wie puzzeln oder malen brauche ich zum Glück nicht viel Hebräisch.
An Feiertagen oder am Wochenende machen wir mit den Friends Ausflüge. So waren wir schon in einem Wasserpark oder auf einem Konzert. Außerdem hatten wir vor einigen Wochen Besuch von einer Frau, die einige Tiere – unter anderem eine Schlange – mitgebracht hat. Hinzu kommt, dass ich das Glück hatte Ende September mit den Friends vier Tage in den Urlaub fahren zu dürfen. Gemeinsam fuhren wir in die Nähe von Tiberias an den See Genezareth. Dieser Urlaub war ein wirklich tolles Erlebnis für mich, da ich die Friends in einem ganz anderen Umfeld erleben konnte. Viele waren einfach viel entspannter und genossen die täglichen Aktivitäten und die andere Umgebung. Vor allem im See oder im Pool hatten einige Friends wahnsinnigen Spaß!Ich habe mich wirklich gut in Israel eingelebt. Ich denke, vor allem die Offenheit und Freundlichkeit der anderen Guides hat dazu beigetragen, dass ich mich hier so wohl fühle. Da ich allerdings direkt im Projekt lebe, fehlt mir manchmal ein wenig der Abstand zur Arbeit. Deshalb versuche ich, sofern es meine Arbeitszeiten zulassen, mit den anderen Volontären etwas zu unternehmen.
Zurzeit leben wir mit insgesamt fünf Volontären in Beit Perry, davon ist allerdings nur einer israelisch. Glücklicherweise verstehe ich mich mit den anderen drei Deutschen sehr gut, sodass wir auch in unserer Freizeit vieles gemeinsam machen. Sofern möglich machen wir viele Ausflüge, wobei wir diese aufgrund des wöchentlichen jüdischen Shabbatfeiertages immer gut planen müssen. Von Freitagnachmittag bis Samstagabend fahren hier nämlich weder Busse, noch Züge und auch die Geschäfte sind alle geschlossen. Aufgrund Israels Größe werde und habe ich bereits jetzt schon viele tolle Städte und atemberaubende Landschaften gesehen, doch habe ich noch viele Pläne, was ich sonst noch sehen möchte.
Danke, an alle, die mich in diesem Jahr finanziell, und auch gedanklich unterstützen. Ich bin sehr dankbar, dass ich all diese wundervollen und prägenden Erfahrungen machen darf und weiß, dass dies ohne eure Unterstützung nicht möglich wäre!
Eure Hannah
Feiertage, Ausflüge & Jerusalem!
Da ich ja schon seit längerem nichts mehr geschrieben habe, muss ich jetzt wohl einiges aufholen.
Feiertage
Jom Kippur: Als am 7.10. die Sonne unterging, begann für die Juden der intensivste Fastentag im ganzen Jahr. Jom Kippur wird auch „Versöhnungstag“ gennant und ist der höchste jüdische Feiertag. Bis zum Sonnenuntergang am 8.10. war essen, trinken, rauchen, fernsehen, Auto fahren, Musik hören und so weiter und sofort untersagt. Viele verbrachten den ganzen Samstag in der Synagoge, um zu beten. Auch wir waren mit den Friends in der Synagoge, jedoch kamen wir erst kurz vor Ende der Feierlichkeiten. Dieser Feiertag ist vor allem ein Tag für die Kinder. Da keine Autos fahren, gehört die Straßen an diesem Tag unzähligen Kindern mit ihren Fahrrädern. Man sieht aber auch viele Familien, die diesen Tag für einen Spaziergang mitten auf der Straße nutzen.
Sukkot: Nicht mal eine Woche später, nämlich am Abend des 12.10. begann dann schon Sukkot ( = Laubhüttenfest). Sukkot erinnert an den Auszug der Israelis aus Ägypten und aufgrund dessen, bauen viele Leute eine so genannte Sukah, eine Laubhütten. Auch wir bauten hier in Beit Perry eine. Diese darf an den Seiten aus jedem beliebigen Material bestehen, das Dach aber muss aus einem natürlichen Material sein. Mit den Friends haben wir sehr viel Dekoration für die Sukkah gebastelt, weil wir am schließlich auch in der Sukkah essen wollten. Aber wie hätte es auch anders sein können – kurz nachdem alle Platz genommen hatten und ihre Teller sich mit Spaghetti Bolognese und Salat gefüllt hatten, fing es an zu regnen. Nicht bloß ein kleiner Schauer, nee, es schüttete aus Eimern, sodass das Wasser durch das Dach der Sukkah tropfte und alle schnell wieder ins Haus flüchten mussten. Inder folgenden Woche aßen wir aber noch häufiger in der Sukkah. Auch wenn man durch die Straßen gelaufen ist, hat man eine Menge Sukkahs gesehen und auch viele Restaurants und Imbisse bauen eine für ihre Gäste auf.
Ausflüge mit den Friends
Am 13.10. waren wir mit den Friends in einem nahegelegenen Wasserpark. Glücklicherweise war mir ein Friend zugeteilt, der das Wasser mag, sodass wir ausgiebig plantschen und rutschen konnten! Am 17.10. sind wir dann noch in den Canada Park gefahren. Erzählungen zufolge sollten wir dort durch ein bewaldetes Gebiet laufen. Hahaa! Von wegen! Spazierten ca. 1 Stunde durch die trockene und braune Landschaft, bevor es dann mit dem Bus zu einem ca. 500 m entfernten Picknickplatz ging. Dort grillten wir wir Kebab und Hähnchen, bevor wir wieder nach Hause fuhren.
Jerusalem
Am Wochenende besuchte ich nun zum ersten Mal wirklich Jerusalem. Der Zoo war zwar nett, aber schließlich nicht Jerusalems Hauptsehenswürdigkeit
So machte ich mich am Freitagmorgen also mit Johannes, Matthias, Jana und Peter auf nach Jerusalem
Das erste Hostel, was auf unserem Weg von der Central Bus Station in Richtung Altstadt lag, nahmen wir. Und wir hatten wirklich ausgesprochenes Glück! Nachdem wir uns dann mit Falafel gestärkt hatten, machten wir uns auf den Weg in die Altstadt. Der Unterschied zu Tel Aviv war direkt spürbar, da Jerusalem viel stärker durch Religion geprägt ist. Während wir also durch die Gassen der Altstadt schlenderten, in denen Händler, vorwiegend Araber, ihre Waren anpreisen und einem aufzudrängen versuchen, hasteten immer mehr Juden an uns vorbei. Die Schläfenlocken der Männer waren ordentlich zurecht gemacht, sie trugen einen Anzug oder Gebetsmantel (meist in schwarz) und auf dem Kopf eine Kippa, ein Hut oder eine Pelzkappe. Die Frauen waren in lange Kleider oder Röcke gehüllt und schoben eilig einen Kinderwagen vor sich her oder hielten ihre Sprösslinge an den Hände, die ebenso schick gekleidet waren. Alle wollten es bis zum Anbruch des Shabbats zur Klagemauer schaffen. Und so folgten wir einer fast rennenden Gruppe, da wir so sicher sein konnten, dass diese den schnellsten Weg zur Klagemauer kennt. Wir passierten eine Sicherheitskontrolle und schon befanden wir uns auf dem Platz vor der Klagemauer. Dort bot sich uns ein einmaliges Bild. Der Gebetsbereich vor der Klagemauer war fast vollständig gefüllt – die Sonne war schließlich fast untergegangen. Entweder waren die Gläubigen vollkommen in sich gekehrt ins Gebet versunken oder sie standen im Kreis, umarmten sich und sangen und tanzten. Auffällig ist auch, dass den Männern ca ¾ der Klagemauer zustehen, den Frauen nur das restliche Viertel. Wir ließen diese Atmosphäre noch ein wenig auf uns wirken und schauten den Gläubigen einfach nur zu. Als wir den Bereich der Klagemauer wieder verließen, wurden Matthias und ich in einer der Gassen von einem Juden angesprochen, ob wir ihm einen Gefallen tun könnten. Shabbat hatte ja bereits angefangen, jedoch hatte die Familie vergessen im Schlafzimmer das Licht auszumachen. Während Shabbat dürfen Juden nämlich nichts anfassen, was mit Elektrizität in Verbindung steht. Viele programmieren deshalb vor dem Wochenende eine Zeitschaltuhr für einige Lampen. Auf jeden Fall stand die ganze Familie dieses Mannes versammelt im Wohnzimmer, als wir in die Wohnung kamen. Ich betätigte also nur kurz den Lichtschalter, um das Licht auszuschalten, doch wurden wir aber mit Dank überhäuft und alle bestätigten uns, wie außerordentlich besonders unsere Hilfe war. Wir liefen dann noch zur Grabeskirche, jedoch konnte man die dortige Atmosphäre irgendwie nicht so recht einfangen, da sich dort viel zu viele Menschen (jaaa andere Touristen sind furchtbar störend und nervig!) aufhielten. Für den Abend hatten wir uns in unserem Hostel für das Shabbatessen angemeldet. Gemeinsam mit ca. 30 – 40 anderen Reisenden kochten wir ein leckeres Essen, welches dann, nach der traditionellen Segnung, genüsslich verspeist wurde. Wenig später fanden wir uns in gemütlicher Runde an der Bar des Hostels wieder. So war es also kein Wunder, dass wir am nächsten Morgen beim Frühstück noch ein wenig müde waren. Für diesen Tag aber stand eine Altstadtführung auf unserem Programm. Unser Guide erzählte uns allerhand historisches, dennoch war es schwer, die Fülle an Informationen in einen Zeitraum von 3 Stunden zu quetschen. Danach liefen wir noch zur Erlöserkirche, von deren Kirchturm man einen tollen Blick über Jerusalem hat. Anschließend liefen wir noch zum Berg Zion, um uns dort den Raum des letzten Abendmahls anzusehen. Ich war jedoch ein wenig enttäuscht, da ich mir diesen Raum irgendwie festlicher vorgestellt hatte. Einige Räume weiter befindet sich direkt das Grab Davids. Auch hier müssen Frauen und Männer getrennt voneinander beten. In der benachbarten Kirche befindet sich dann noch der Ort, an dem Maria starb. Insgesamt hat mich Jerusalem wirklich sehr begeistert. Die drei großen Weltreligionen machen Jerusalem zu einer sehr interessanten Stadt und es gibt dort noch viele Dinge, die eine weitere Reise dorthin wert sind.
Mittlerweile habe ich hier in Israel auch einen Handballverein gefunden. Spiele jetzt also in der benachbarten Stadt Herzliya. Diese Mannschaft ist im übrigen die beste in ganz Israel
Außerdem ist das Spielen mit Harz hier erlaubt – aber daran muss ich mich erst noch gewöhnen.
Zum Abschluss noch ein paar Fotos!!!
Camping
Heee Freunde
Seit meinem letzten Eintrag hab ich schon wieder einiges erlebt. Also erstmal war ich ja mit Matthias im Camping-Urlaub. Wir hatten 4 mega entspannte Tage im Norden Israels auf einem Campingplatz direkt am Hatzbani River unweit der libanesischen Grenze. Da wir an Rosh HaShana campen waren, trafen wir viele Familien auf dem Campingplatz an, die dort das jüdische Neujahr feierten – ganz besinnlich und ruhig im Kreise der Familie. Aber auch viele russische Familien nutzen die Feiertage für einen Kurzurlaub. Beim Kajak fahren befanden wir uns dann recht schnell inmitten von israelischen und russischen Familien, die in ihren Booten Bier tranken, rauchten und es mit der Steuerung des Bootes nicht ganz so genau nahmen und die Paddel eher für Wasserschlachten gebrauchten. So stießen wir also häufiger mal mit irgendwem zusammen oder wurden in die Böschung am Ufer gedrängt. Aber hey – take it easy! Tags drauf wollten wir zwei ganz romantisch zu einem kleinen Wasserfall laufen. Daraus wurde allerdings nichts, da wir uns kurz drauf inmitten einer riesigen Autoschlange vor dem Senir Stream National Park wiederfanden. Naja egal dachten wir uns, und wanderten dann – teilweise auch im Fluss – mit sehr sehr vielen anderen Leuten durch die Wildnis. Glücklicherweise fanden wir dann doch noch ein idyllisches Plätzchen als wir uns vom Gewässer entfernten und zu zwei Aussichtspunkten liefen. Von dort hatten wir eine traumhafte Aussicht
Außerdem waren wir noch ganz nobel in einem Fischrestaurant essen. Super tolles Ambiente – unter Bäumen und direkt am Fluss! Und das Essen erst
Super tolle Salate, frisches Brot und ein Fisch!
Mega lecker! Ansonsten haben wir uns viel entspannt oder haben in der Sonne gelegen und gelesen.
Am Tag der Deutschen Einheit (ja an diesem Tag haben wir frei bekommen
) sind wir nach Jerusalem gefahren. Dort haben wir den Biblical Zoo besucht. Der Name rührt daher, dass zu vielen Tieren Bibelzitate zu finden sind, in denen diese Tiere erwähnt werden. Und ja, die Tiere sehen hier aus wie in einem deutschen Zoo
Ansonsten viel Spaß beim Angucken der Fotos!
Herzallerliebste Grüße aus der Ferne
Fotos
- Senir Stream
- Senir Stream National Park
- Senir Stream National Park
- Senir Stream National Park – Diese Pflanze kündigt wohl den Herbst an!
- Senir Stream National Park – Matthias & ich
- Kibbuz Kinneret – Kutschfahrt
- Manara Cliff – Ein Friend & ich
- Tiberias – Nadine, Jana, Peter & ich
- Partyboot
- See Genezareth
- Partyboot
- Tel Aviv
- Tel Aviv
- Hafen in Tel Aviv Yafo
- Geburtstagskind
- See Genezareth
- Pub – Deutsche Freiwillige & Israelische Guides
- Nächtlicher Blick auf Tiberias
- Eine der Guides & ich
- KIbbuz KInneret
Urlaub
Hallo meine Lieben!
Die letzten Tage hier vergingen echt super schnell und ich bin irgendwie gar nicht dazu gekommen, früher einen neuen Eintrag zu verfassen. Slicha!
Urlaub in Tiberias:
Am 19.9. sind wir so gegen halb 11 Richtung See Genezarth aufgebrochen. Gewohnt haben wir dort in einem Hotel Village im Kibbuz Ginosar, in der Nähe von Tiberias. Auf dem Weg dahin wurde ein Schichtplan verteilt, der uns eigentlich mitteilen sollte, welche 1-2 Friends wir in welcher Schicht betreuen sollten – dummerweise war dieser auf Hebräisch und außer „Hannah“ konnte ich nichts lesen
Naja macht nichts! Bevor wir dann schließlich im Hotel ankamen, fuhren wir erstmal ins Kibbuz Kinneret, um dort mit Pferdekutschen durch die Natur zu fahren – graubraune Landschaft mit einigen Palmen. Schließlich aber erreichten wir einen kleinen Bachlauf, um den herum es grünte. Nach einer kleinen Pause ging es zurück zur Pferdefarm und dort wartete schon ein köstliches Mahl auf uns. Im Hotel angekommen entspannten und chillten wir erstmal – eine Tätigkeit, die sich in den darauffolgenden Tagen noch sehr sehr oft wiederholen sollte. Abends plünderten wir dann das reichhalte Buffet und schlugen uns so richtig den Bauch voll. Nachdem die Friends im Bett waren, machten wir uns noch zu viert auf den Weg zum See, um im lauwarmen Wasser den Blick auf das erleuchtete Tiberias zu genießen.
Am zweiten Tag sind wir zum „Jordan River Rafting“ gefahren. Zusammen mit Abigail, einem Guide, paddelten wir in einem Schlaufboot mit 3 Friends. Zwischendurch hüpfte ich mal ins Wasser, um mich in den Fluten des Jordans neben dem Boot treiben zu lassen. Danach aßen wir am Flußufer zu Mittag und, wieder im Hotel angekommen, gingen wir noch mit einigen Friends im See Genezarrth schwimmen. Richtig schön zu sehen, wie viel Spaß einige haben – vor allem, wenn sie andere Guides aus dem Hinterhalt von ihren Luftmatratzen runterschubsen
Am darauffolgenden Tag sind wir mit einer Seilbahn die Manara Cliffs hochgefahren. Oben sind wir dann mit einer Traktorbahn durch die Landschaft gefahren und, eh wir uns versahen, standen wir circa 20 Meter vom Libanon entfernt. Mit der Seilbahn gings wieder runter, ab zu einem Restaurant und dann wieder zum Hotel. Vor dem Abendessen fuhren wir dann noch nach Tiberias. Jeder Friend – aber auch Peter, Jana, Nadine und ich
– bekam ein bisschen Taschengeld, damit wir uns alle was Schönes kaufen konnten.
Am letzten Tag, unserem Abreisetag, gingen wir morgens noch schwimmen, bevor wir dann unsere Zimmer räumten und nach Tiberias fuhren. Von dort aus ging es für circa eine Stunde mit einem Holzboot raus auf den See. Die Musik wurde laut aufgedreht, das Boot verwandelte sich in ein Partyschiff und zu heißen israelischen Rhythmen wurde ausgelassen getanzt. Danach machten wir uns wieder auf den Weg nach Beit Perry, nachdem wir 4 schöne, lustige, aber auch anstrengende Tage im Norden Israels verbracht hatten.
Freizeit:
Nach dem Urlaub hatte ich zum Glück frei und konnte so meinen Geburtstag in vollen Zügen genießen. Ich bekam Besuch von anderen Freiwilligen und wir feierten in gemütlicher Runde in meinen Geburtstag rein
Matthias backt mir einen Pflaumenkuchen, denn schließlich hab ich immer einen an meinem Geburtstag (aber Mamsi, keine Sorge, deiner schmeckt natürlich viel besser
).
Gestern war ich dann mit Nadine in Tel Aviv, da wir frei hatten. Wir gingen zu „Max Brenner“, einem Restaurant bzw einer Bar, die wahnsinnig viele Schokoladendesserts anbieten. Wir entschieden uns für ein Schokoladenfondue für zwei mit allerlei Schokoladenkleinigkeiten dazu
Himmlisch! Köstlich! Danach schlenderten wir am Strand entlang Richtung Yafo, Tel Avivs Altstadt, um diese ein wenig zu erkunden.
Morgen gehts für mich schon wieder in den Urlaub – an dieser Stelle nochmal „Danke, Matthias!“ Zusammen fahren wir in den Norden zum Campen, Kajak fahren, wandern, Mountainbike fahren (zumindest ist das unser Plan). Ich freu mich riesig und werde euch danach wieder berichten!!!
Ich denke an euch, Freunde & schicke euch einige Sonnenstrahlen nach Deutschland :-*
Fotos folgen später!
Fotos + Beit Perry
Hab einfach mal ein paar Fotos für euch hochgeladen
- Strand in Herzliya
- Strand in Herzliya
- Geburtstagsparty für einen friend
- Geburtstagsparty für einen friend
- Charity-Konzert
- Streunender Hund
- Teich – Ra’anana Park
- Ra’anana Park
- Palme – Ra’anana Park
Die Arbeit in Beit Perry macht mir jeden Tag mehr Spaß. Ich erfahre ständig neue Dinge über die friends, sodass ich immer besser einschätzen kann, was ihnen Spaß macht und was eben nicht. Nächste Woche Montag (19.September) fahren wir mit den friends für 4 Tage in den Urlaub. Wir werden dann nach Tiberias zum See Genezareth fahren und – wenn ich richtig informiert bin – in einem ***** Hotel wohnen!!! Ich bin also ziemlich gespannt
Im vorletzten Artikel hatte ich ja schon mal Fotos hochgeladen – auf diesen Bildern seht ihr mein Projekt “Beit Perry”, welches gleichzeitig auch mein neues Zuhause ist. Das Haus ist in drei Häuser aufgeteilt: high function / red house, middle function / blue house und low function / green house. Insgesamt leben 18 Autisten, oder wie sie hier genannt werden “friends”, hier in Beit Perry. Sie sind anhand ihrer Fähigkeiten auf die drei Häuser verteilt. Ich arbeite im blue house und dort gibt es also einige, die sehr viel reden (hat mich wirklich erstaunt, dass einige sehr sehr sehr viel reden), andere aber sind eher stiller. Unsere Aufgabe als guide ist eigentlich eher ein “Begleiten durch den Tag”. Wir achten darauf, dass der tägliche Zeitplan mehr oder weniger eingehalten wird, dass alle pünktlich zu den Aktivitäten gehen, dass alle ihre Medikamente bekommen, jeder am Abend geduscht ist, dass die friends Zeit haben, sich auszuruhen und so weiter… Bei den Abläufen in der Küche oder beim Waschen ist es sehr wichtig, dass wir die friends immer wieder mit einbinden.
Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick geben, wie mein Projekt aufgebaut ist. Falls ihr noch fragen habt, beantworte ich diese gerne!
Allerliebste Grüße aus Israel
Ma nishma? – Beseder!
Shalom Freunde
Langsam komme ich immer mehr in den Arbeitsalltag rein und werde nun auch fest fuer das kommende Jahr im middle function / blue house arbeiten. Die friends dort sind echt super dort. Wir hoeren dort viel Musik und tanzen dann dazu
Am Montag waren wir auch mit allen friends auf einem Konzert. Zu israelischer Musik tanzten die friends ausgelassen und hatten ziemlich viel Spass
Dienstag hatten die friends dann Shiatsu. Dafuer kam extra ein Masseur, der alle friends jeweils so ca. 15 – 20 Minuten massiert hat. Gestern hatten die friends dann wieder Sport, wobei nicht alle die gleiche Motivation und Lust dafuer zeigen
Im uebrigen bin ich schon wieder umgezogen – wieder zurueck in das kleine Zimmer, in dem ich am Anfang auch war. Gestern sind dann naemlich noch zwei Freiwillige aus Deutschland gekommen, die sich nun vorerst ein Zimmer teilen muessen. Momentan habe ich auch noch kein Internetanschluss in meinem Zimmer. Bis dieser eingerichtet wird, dauert es sicherlich noch mindestens einen Monat – alles andere wuerde mich auf jeden Fall ziemlich wundern. Die Israelis fuehren schliesslich ein sehr chilliges Leben und Stress war fuer mich hier weit und breit noch nicht erkennbar.
Die anderen guides mit denen ich hier zusammen arbeite sind auch alle super nett
Manchmal bring jemand was zu Essen von Zuhause mit und bisher kam ich so auch in den Genuss von ueberaus leckerem Fisch und Fleisch
Hier in Beit Perry ist das Essen eher etwas einseitig – ich wuerde aber sagen, dass ich mich in gewissen Weise schon dran gewoehnt habe. Als Brotaufstrich gibt es hier zum Beispiel nur Butter, Humus und Cream-Cheese (Kaese ist hierbei aber wohl etwas uebertrieben). Allerdings muss ich sagen, dass Obst und Gemuese wirklich super gut schmecken. Mangos und Feigen haben es mir besonders angetan
goettlich
Da ich ja morgens immer bis 15 Uhr frei habe, habe ich beschlossen eine Hebraeisch-Schule zu besuchen. Zwar hat uns die Mutter von einem friend angeboten, dass sie 1x in der Woche mit uns lernen will – sie spricht auch Deutsch – aber eigentlich genuegt mir das glaub ich nicht.
Nun gut, das wars erstmal fuer heute – ich schicke euch sonnige Gruesse und einige Sonnenstrahlen ins herbstliche Deutschland
Sonntag – Der Beginn einer neuen Woche
Voller Freude konnte ich dann gestern endlich in mein neues Zimmer einziehen. Es ist jetzt frisch gestrichen – glaubt ja nicht, dass der Hausmeister irgendwelche Möbelstücke hier vorher abgeklebt hat
– und neue Vorhänge habe ich auch bekommen. Nachdem ich meine Sachen eingeräumt habe, sah es dann auch schon ganz wohnlich aus. Fotos gibts zu einem späteren Zeitpunkt
Um 15 Uhr begann dann mein 1. Arbeitstag. Wobei das Wort “Arbeit” gestern noch nicht so ganz passte. Denn bevor ich wirklich mitarbeiten kann, muss ich erstmal viel beobachten und vielleicht wären ein paar Worte Hebräisch auch nicht verkehrt. Ich habe also gestern in meiner Schicht viel Zeit damit verbracht, Namen zu lernen und von anderen guides etwas über bestimmte friends (so nennen wir hier die Autisten) zu erfahren. Morgens sind 14 friends immer in einem anderen Projekt, wo sie zum Beispiel im Garten arbeiten. Die anderen 4 friends arbeiten für irgendeine Firma. Gegen 15 Uhr kommen dann die ersten friends wieder nach Hause und nach einem kleinen Snack war dann Sport für die friends angesagt, also kam ein Fitnesstrainer und in Kleingruppen ging es dann runter in den Fitnessraum. Der restliche Abend wurde zum Duschen, Essen, Musik hören (manche tanzten auch dazu) und Fernsehen genutzt. Gegen 22 Uhr gingen die friends dann ins Bett und somit war auch meine Schicht beendet.
Mit einigen anderen saß ich dann noch gemütlich draußen, trank ein Bierchen, quatschte und ließ den Abend entspannt ausklingen
Endlich da!
Shalom!
Nach einem etwas chaotischen ersten Tag sitze ich nun relativ entspannt bei Joe & Matthias in der WG, während die beiden ein leckeres Essen zaubern
Der Weg hier hin war allerdings von einigen chaotischen Zwischenfällen geprägt. So mussten alle anderen Freiwilligen bei der Passkontrolle erstmal eine Reihe von Fragen beantworten, bevor sich auch wirklich ihr Visum bekamen. Im Projekt angekommen, schien keiner so recht zu wissen, dass wir schon am 1.9. ankommen und so wurden Peter und ich sehr übermüdet in das erstbeste Zimmer gesteckt, um ein wenig zu schlafen. Nach ca. 1 1/2 Stunden war allerdings unser Schlaf abrupt beendet, weil Anad, unsere Hausmutter, verwundert im Zimmer stand. Tatsächlich waren alle sehr sehr verwundert, warum wir nicht erst eine Woche später ankommen. Naja, mein Zimmer ist immer noch nicht bezugsfertig, da es heute erst einmal gestrichen wurde. Bis Sonntag muss ich mich also noch gedulden.
Nun gut, das Essen ist fertig!
Bis bald, Freunde! Fühlt euch gedrückt aus dem fernen Israel































































